Irgendwas ist ja immer.....

So schnell vergeht ein Jahr. Im letzten Jahr waren es noch Präsidentenrollen, Tote Tanten und Caprifischer und es gab reichlich zu lachen. Wer da aber glaubt, das gibt´s nur einmal, der irrt gründlich. Nordstrand ist immer wieder neu und immer wieder anders.
Hajo hatte offensichtlich schon seit dem Jahreswechsel die versammelten ortsansässigen Schamanen zu Beschwörungstänzen auf den Deich geschickt. Das Ergebnis: unglaublich! Das Wetter war wieder fantastisch. Sonne satt, wenig Wind und richtig warm. Mehr geht nicht.
Am Samstag rückten also die Rollschuhläufer des Nordens an, um sich beim Teamzeitfahren zu messen. Umarmen, Schulter klopfen und frotzeln. Für die Jüngeren unter uns: Frotzeln bezeichnet das freundschaftliche Necken eines Anderen mit Worten. Es nimmt häufig Eigenarten und Angewohnheiten des Gegenübers auf und stellt sie in einen humorvollen Kontext, gegebenenfalls mit einem freundlich-ironischen Unterton. Gerade dadurch, dass Frotzeleien prinzipiell nicht als problematisch empfunden werden (sollen), bestätigen sich die Mitglieder einer Gruppe in ihrem Zusammengehörigkeitsgefühl. (Volksmund: »Was sich liebt, das neckt sich«). So ist es halt in unserer bunten Truppe und das macht auch nach fünf Jahren in diesem Verein immer noch großen Spaß.
Unsere unermüdlichen Mädels hatten die Abholung der Unterlagen wieder gut organisiert und die Teams formierten sich zum Teil das erste Mal in diesem Jahr.
Teamzeitfahren ist immer eine Herausforderung und erst recht auf der Marathon-Distanz. Die Strecke war neu und sehr gut. Allerdings gab es bei Start und Ziel eine extreme Kurve, die vermutlich den Unterhaltungswert für die Zuschauer erhöhen sollte. Sicher bekamen sie einige akrobatische Höchstleistungen zu sehen. Außerdem hatte der Windbeschwörer seinen Job nicht ganz so gut gemacht, denn am Deich blies es ganz ordentlich.
Pünktlich um 15.30 Uhr fiel der erste Startschuss und kurz vor vier ging Lübeck Masters II als letzte Truppe auf die Strecke. Es war ein tolles Rennen und wieder einmal eine gute Erfahrung von Gruppengefühl. Zwar verloren die Masters I unterwegs Hartmut, weil der das mit dem Rollen wohl falsch verstanden hatte und unbedingt seine Hautoberfläche in Vereinsfarben präsentieren wollte. Hartmut, rollen auf acht Rädern und nicht mit dem ganzen Körper war gemeint. Aber kurze Zeit später stand er wieder, unser starker Mann aus dem Nordosten und kam uns zum Anfeuern auf der Strecke entgegen. Masters I wurden zweite hinter den bärenstarken Celler Oldies. Wenn nur zwei Mannschaften weniger angetreten wären, hätte es für das Masters II auch noch für das Treppchen gereicht. Für alle, die jetzt fragen: Wie bitte? Wir wurden fünfte von fünf.;-)) Allerdings mit einer tollen Mannschaftsleistung und einem unglaublichen Gemeinschaftsgefühl. Ich wäre wegen fester Lendenmuskulatur fast ausgestiegen. Die anderen vier haben das nicht zugelassen und ich bin froh, dass ich am Ende mit wiedergewonnener Kraft etwas zurückgeben konnte.
Die Mädels hatten ihren ganz eigenen Auftritt. Vorweg, sie wurden erste und waren fast eine Minute schneller als Hannovers Hühner. Irgendwie schade, denn das unterwegs gebotene Unterhaltungsprogramm hätte auch den "Hühnchen auf Speed" gefallen (Oh Mann, irgendwann killt mich Sylvia. Hey - ist alles nur Spaß!!!). Nachdem Ulla mit der Zwiebel auf dem Kopf zum Döner anstimmte, gab es unterwegs das gesamte Bierkönig-Programm, vorne Gabi, hinten Ulla und dazwischen etwas kurzatmiger der Rest. Ich hätte gern die Hannoveraner Gesichter gesehen, wenn die Mädels beim Vorbeifahren gesungen hätten: "Da hat das rote Pferd sich einfach umgekehrt und mit seinem Schwanz die Fliege abgewehrt." Spaß muss sein Mädels und Ihr hattet ihn.
Nach dem Rennen gab es Grappa bei Kobi, Steak und Sekt bei Stefan und Susanne und in der Pension bei den Mädels ebenfalls Sekt. Wir können eben nicht nur skaten.
Am Sonntag das gleiche Bild. Alle waren wieder da und ein paar Neuankömmlinge wurden begrüßt. Das Wetter war noch besser als am Vortag und die Stimmung bestens. Der Marathon auf der bekannten Strecke war bei diesen Bedingungen einfach nur ein riesiges Vergnügen. Gekämpft wurde natürlich auch. Alex hat´s kapiert und gibt endlich auch mal für sich Gas. Das brachte Platz 3 gesamt, bester Deutscher und Schleswig-Holstein-Meister. Bei den Damen AK 30, 1. Ulla, 2. Bernadette, Herren AK 30 auf Platz 1 Arnold, Herren AK 40 auf Platz 2 Klaus und Platz 3 Jörg (Korte), die AK 50 gewann Robert souverän und bei den Sechzigern gab es den 3. Platz für Klaus-Dieter. Bei der nicht ausgeschriebenen AK 70 wäre auf dem 3. Platz natürlich Martin gelandet. Tusch!!!!
Michi hatte eine Rollenblockade, die sich aber inzwischen bestimmt genauso aufgelöst hat, wie der Frust. Wie gesagt, irgendwas ist ja immer.
Die Organisation war wieder erstklassig und am Ende durfte ich zufällig einer Begegnung der anderen Art beiwohnen: Lars Thomsen traf auf Lars Thomsen. Die Rede ist hier keineswegs von unseres Larsens Selbstfindung. Das hat der nicht nötig. Nein, Lars Thomsen (Deutschland) schüttelte Lars Thomsen (Dänemark) bei der ersten persönlichen Begegnung die Hand. Gewisse Ähnlichkeiten waren nicht von der Hand zu weisen. Nur an seiner Geschwindigkeit muss unser Lars noch arbeiten, damit es im nächsten Jahr heißt:
Sieger Lars Thomsen DK,
Zweiter Lars Thomsen D.

Wir sehen uns in Damp
Hans Damp in allen Gassen