| Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | ||||||
| 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 |
| 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 |
| 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 |
| 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 |
| 30 | 31 |
Erfahrungsbericht zum Thema "Training auf Kufen".
Nachdem von meinem "Zweit-Verein", dem ISC Münster, im Dezember 2008 eine Exkursion zur neuen Eishalle nach Enschede veranstaltet wurde, ergab sich für mich die Möglichkeit, einen direkten Vergleich zwischen Rolle und Kufe zu ziehen.
Nachdem bestimmt 8 Jahre ins Land gegangen waren, in denen ich keine Schlittschuhe mehr an meinen Füßen hatte (überwiegende Eishockey-Schuhe), stand ich Anfang Dezember 2008 dann urplötzlich auf Eisschnelllaufschuhen. Die gibt es in Holland im Gegensatz zu unseren heimischen Gefilden in der Mehrzahl auszuleihen. Darüber hinaus hat jeder Holländer sowieso mindestens ein Paar "Schaatsen" daheim im Schrank.
Entgegen meiner Hoffnung, hier gleich wie Gunda Niemann-Stirnemann das Oval zu erstürmen und die Anwesenden zu staunenden Statisten zu degradieren, legte es mich fast unverzüglich auf die Klappe. Beim Eislaufen kommt Hochmut auf jeden Fall vor dem Fall und das ist wörtlich zu nehmen ;-). Jede weitere Unkonzentriertheit meinerseits wurde durch einen Ausrutscher meiner Schuh quittiert. Wie der Bauer so ist, lag es natürlich an der "Badehose". Der Schliff war bestimmt längst überfällig etc. Nach dem Fingertest über der Kufe, monierte ich dies auch gleich, bis ich darüber belehrt wurde, daß die Schnelllaufkufe (übrigens nur 1,5 mm breit) nicht über den sogenannten Hohlschliff verfügt, sondern plan geschliffen ist. Die Kufe selbst besitzt dann noch einen Radius, so daß sie nur mit dem Zentrum direkt auf dem Eis aufliegt. Höchst verunsichert über das aktuelle Verhalten meiner Schuhe, schlenderte ich also 2 Stunden übers Eis, ohne auch nur im Geringsten in Schweiß zu kommen, abgesehen vom Angstschweiß natürlich. Immerhin blieb ich sturzfrei, aber auch relativ frustriert.
Die beiden nächsten Übungseinheiten auf Eis sahen auch nicht viel besser aus. Übersetzen in der Kurve! Wie? Bei jedem Versuch schlidderte der Innenschuh hilflos übers Eis. Die Angst zu fallen ließ mich dann auch die wohlgemeinten Ratschläge: "du mußt dich in die Kurve legen" ignorieren. Ich versuchte es dann mit einem veränderten Aufsatz des Schuhes und zwar direkt auf die Außenkante. Dies brachte dann stellenweise die ersten Erfolgserlebnisse. Immerhin habe ich dafür 80 Runden = 32 km an dem Tag benötigt.
Letzte Woche stand ich dann zum 8. Mal auf den Kufen und siehe da, inzwischen kann ich mit den Holländern zusammen um das Oval flitzen und den Windschatten genießen. Die Zahl der Ausrutscher hat auch drastisch abgenommen, aber sicher sein darf man sich nie. Warte immer noch auf den ersten Sturz, den ich möglichst vermeiden möchte, denn der Respekt vor den Kufen ist doch mächtig.
Ach ja, die klassichen Symptome wie Rücken, Bein und Po nach langer Pause sind übrigens identisch mit dem Inline-Skaten. Hoffe, daß ich davon dann auf der Straße verschont bleibe.
Fazit: lohnenswert! Kann nur jedem empfohlen werden, der die Möglichkeit dazu hat.
Klaus, Münster, 19.01.09
Kommentare
Eiskunstlauf
Hallo Klaus,
das ist ein sehr interessanter Bericht!
Ich kann das lebhaft nachvollziehen. Ich habe zwar nicht die selben Umstände erlebt, doch kann ich mich gut an die ersten Schritte in Kunstlaufschuhen auf dem selten bei uns vorhandenen Natureis erinnern.
Allein der Versuch, die Skatetechnik anzuwenden ist mir in bester Erinnerung geblieben. Kann man definitv nicht vergleichen. Aber die Adaptionsfähigkeit haben wir! Siehe die Amerikaner.
Viele Grüße
Larsi
Lars Thomsen
Kuckucksbarg 26b
23795 bad Segeberg
T.: 04551 - 947 34
l-thomsen@foni.net
www.dasaphila.de