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Offene Rechnungen sind ja so eine Sache. Das kennt glaube ich jeder. Und wer sich an Alex Bericht über das Einzelzeitfahren in Bergen in 2007 erinnert, kann sich vorstellen, dass Alex noch eine Rechnung mit den Bergen in Bergen offen hatte. Ich konnte in meiner ersten Nordcup-Saison in 2007 wegen einer Familienfeier in Bergen nicht starten. 2008 war ich heiß auf das Rennen gewesen und dann fand es nicht statt. So traf es sich dann wie gerufen, dass das Rennen in Wilhelmshaven ausfiel und ich in der Skate In unter dem Termin 19.04.2009 den Sparkassenlauf des TUS Bergen fand. Für Skater ein Halbmarathon – genau auf der Strecke des Einzelzeitfahrens. Das war ein Zeichen. Fanden Alex und ich jedenfalls. Also kurz entschlossen die Skates eingepackt und hin da. Ein übersichtliches Starterfeld, dominiert von den Celler Farben, traf sich in der Wallapampa. Eine herzliche Begrüßung von einem der Celler Oldies but Goodies, dessen Name nicht verraten wird („Was wollt Ihr denn hier?! Schxx, ich dachte, das wird ein gemütliches Trainingsrennen!“), zauberte ein Lächeln auf unsere Gesichter. Oder war es doch eher ein Grinsen?! ;=)
Gestartet wurden alle zusammen und es war so wie ich es über 2007 gehört hatte: Berge in Bergen. Und Wind. Irgendwie immer von vorne. Und KALT wars. Richtig kalt.
Alex fuhr vom Start an vorweg, ich setzte mich dahinter, ließ mich aber fallen, so dass eine Lücke entstand, die Thomas Rumpf dann beherzt wieder schloss. Einmal, zweimal, dreimal. Wieder an die Gruppe heranzufahren, kostete natürlich auch mich Kraft, so dass sich dann eine fünfköpfige Männergruppe absetzte und ich – das restliche vordere Männerfeld an den Hacken – hinterherfuhr. Die freuten sich über meinen stattlichen Windschatten.
Bereits am ersten Berg gelang es Alex, sich abzusetzen, so dass er ab dann ein Einzelzeitfahren absolvierte und den Sieg sicher ins Ziel beförderte. Rechnung also beglichen.
Ich fuhr dann berghoch auf die von Alex verlassenen Männer auf, bei der Abfahrt ließen die mich jedoch jedes Mal gnadenlos stehen, so dass ich sie zwar die ganze Zeit vor der Nase hatte, aber mit Windschatten wieder nix war. Kurz vor der Wende war ich dann allerdings an ihnen dran – und von da an bis kurz vorm Ziel auch stets vorne. Berghoch, weil alte Männer anscheinend viel Windschatten brauchen und bergrunter, weil sie da schneller rollen als ich. War aber auch ok, weil ich bereits beschlossen hatte, mein ausgefallenes Einzelzeitfahren aus 2007 nachzuholen. Insofern juckte es mich dann auch nicht, dass die alten Männer einschließlich eines kleinen Juniors, der prima im Sog der Großen mitgefahren war, vor dem Ziel an mir vorbeizogen. Ich hatte ja meine offene Rechnung beglichen.
Und der orangefarbene Bademantel, fragt sich der aufmerksame Leser? Nun, der war der Sachpreis für die erste Dame. Als hätte man mit Lübecker Beteiligung gerechnet :=).
2 Pokale und der Bademantel machten sich dann auf den Rückweg gen. Schwerin bzw. Lübeck. Und als wir dort ankamen, war dann sogar ich langsam wieder aufgetaut.
Viele Grüße,
Ulla und Alex