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Wat ne Woche...
es lässt sich so ein Rennbericht natürlich immer wieder spitze einleiten indem man drauf herumreitet wie fürchterlich dämlich wir alle doch sind, dass wir uns diesen Stress mit den Rennen, dem anreisen und der Aufregung immer wieder freiwillig antun. Der Haken an der Sache ist nur, dass Ihr alle genau sowas schon gefühlte 2634 mal gelesen habt, doch keine Sorge dazu komme ich noch.
Meine vergangene Woche. Vorab muss ich sagen, dass ich letzte Woche Urlaub hatte und das ist schön. Urlaub an sich ist immer schön, es sei denn man zieht um. Nun das war bei mir nicht der Fall, also war es schön. Was aber diese Woche so richtig schön gemacht hat war nicht etwa das Rennen von dem ich jetzt schwärmen werde, zugegeben Euch beim Rennen zu treffen, dass war wieder schön. Neien (und das 2. "e" ist Absicht um an dieser Stelle überschwengliche Freude auszudrücken) ich als echter Musikfan war am Mittwoch bei AC/DC im Leipziger Stadion. DAS war schön! Nicht nur das ich in der ersten Reihe stand, ich stand auch noch mitten in einer 10Mann Gruppe "Hells Angels" und das alles mit meiner Mama! Noch Fragen? Mehr Klischee geht nicht! Wer es nicht glaubt kann bei mir die Beweisfotos anfordern, aber der ein oder andere Ohrenzeuge wird dies bestätigen können und an dieser Stelle muss ich zugeben, dass ich mir nicht erklären kann wie ich Lukas mit Felix am Telefon verwechseln konnte. Muss wohl an den 250 000 Watt gelegen haben, die 6 Meter vor meinem tinitusgeplagten Ohr ihren Dienst taten. Vielleicht auch am Bier.
Das Rennen. Mit einem beachtlichen Konzert in den Knochen und einem aus sportlicher Sicht gesehen reichlich uneffektivem Urlaub sollte nun also ein Rennen stattfinden. Das gute war die Startzeit: 18:30 Uhr. Man möchte meinen, dass dieser Fakt allein schon für entspanntes Flair in einem selbst sorgt. Tja leider falsch! So übermannte mich nach dem Mittagessen die fürchterlichste Bettschwere seit ich in London letztes Jahr 32 Stunden ohne Schlaf hatte. Doch unser Schweizer Uhrwerk namens Alex S. ließ sich natürlich nicht davon abbringen mich abzuholen und leider trat auch der von mir gewünschte Schnee- und Hagelsturm mit orkanartigen Windboeen nicht ein, sodas mir keine Alternative blieb. Alex und ich fuhren zu Roland, der so nett war und den Fahrer machte. Vielen Dank nochmal dafür! In Hamburg angekommen dauerte es nicht lange bis sich die üblichen Verdächtigen auftaten und die Stimmung war wieder super. Ich habe mir für dieses Rennen logischerweise nichts vorgenommen und damit glaubte ich der Aufregung entgehen zu können. Als Hinweis für alle die das jetzt für eine gute Idee halten: klappt nicht!
Es half kein Jammern und Ausreden fielen mir auch keine guten ein, so kam es das ich 18:29:00 im Startblock stand. Nach dem Schuss ging es los. Frank, Olaf und ich hatten uns mittig im Feld aufgestellt und hatten nach dem Start nicht so wahnsinnig viele vor der Nase. Es bildete sich schnell eine Gruppe, die aber für uns zu langsam unterwegs war. Ich bin dann ausgebrochen und zu Beginn der zweiten Runde an eine deutlich schnellere Gruppe herangefahren. Frank kam auch mit, ist aber leider gestürzt. Er konnte zwar sofort weiterfahren aber unser gemeinsames Rennen war wiedermal hinfällig. Das Gleiche war uns in Berlin nämlich auch passiert nur das ich da der Stürzling war. Franky, vielleicht sind wir nicht füreinander bestimmt aber ich möchte trotzdem beim nächsten mal wieder mit Dir starten. Wie auch immer. Die schnellere Gruppe bestand aus 4 Mann und mir und wir haben ein schönes Tempo über 5 Runden halten können, dann tat sich durch das überrunden vieler Fahrer auf einmal eine riesen Gruppe von bestimmt 20 oder 30 Leuten auf, die unsere schnelle kleine Gruppen "schluckten". Ich kann nicht sagen das mein Körper sich über das von nun an langsamere Tempo nicht ein wenig freute, aber meine Zeit war dahin. Am Ende finishte ich mit 00:41:55. Die Siegerehrung mit einer Treppe voller Etap-Race-Jungs sprach für sich, alle lagen sich singend und feiernd in den Armen, am Himmel schien die Abendsonne in dunklem orange und es wehte ein laues Frühlinglüftchen das allen ein Lächeln in die glücklichen, strahlenden Gesichter zauberte. Und wenn sie nicht gestorben sind dann strahlen sie noch heute.
...das wäre ein schönes Ende aber wir sind ja hier nicht bei Grimms Märchen und ich habe noch etwas richtigzustellen...
"Lieber Hartmut ich habe in mein Renntagebuch geschaut und festgestellt, dass ich Deine Bestzeit bereits letztes Jahr beim Hella Halbmarathon geschlagen habe. Das Bier war also längst hinfällig. Aber keine Sorge beim nächsten mal spielen wir beide wieder Basketball."
Micha