| Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | ||||||
| 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 |
| 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 |
| 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 |
| 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 |
| 30 | 31 |
Da war es also wieder soweit. Nordstrand, die überraschend andere Insel
lud zum Marathon und die norddeutsche Skatergemeinde machte sich auf den
Weg. Wie jedes Jahr wahrscheinlich mit skeptischem Blick ins Wetter,
denn Nordstrand ist diesbezüglich immer für Überraschungen gut. Hat ja
auch wieder geklappt. Jeder hatte den Sturm vom Vorjahr im Kopf und
während es anderswo im Norden regnete, strahlte die Sonne dort aus
blauem Himmel und selbst der Wind war fast schon erträglich.
Am Samstag fuhren wir früh um 8 Uhr aus Schwerin los und es schüttete,
wie aus Eimern.
Unverbesserlicher Optimist, wie ich nun mal bin, hatte ich einen
Picknickkorb gepackt und mein Beschluss stand fest: Gefrühstückt wird
erst, wenn wir irgendwo ein schattiges Plätzchen finden. Angesichts der
Tatsache, dass es in Bad Bramstedt immer noch nicht besser war, hatte
das wohl eher mit Übermut, als mit Optimismus zu tun, aber auch davon
habe ich ja genug. Siehe da, hinter Hanerau-Hademarschen schien die
Sonne und so wurde es doch ein sonniges Frühstück, mit Aussicht auf
mehr, was sich dann ja auch eindrucksvoll bestätigte.
Auf Nordstrand angekommen, kurz eingecheckt und ab nach Herrendeich zur
Anmeldung.
Auf dem Parkplatz mit großem Hallo das Begrüßungsprozedere mit den
üblichen Verdächtigen. Es ist immer wieder schön, so vielen
Verrückten auf engstem Raum zu begegnen. Das gelingt sonst nur in
geschlossenen Anstalten. Hier liefen sie frei herum und das Beste ist,
ich bin einer von ihnen!!!;-)).
Ich durfte mich auch gleich mit den besonderen Aussichten auf das
Teamzeitfahren für das Masters II vertraut machen, nur vier Mann am
Start und Klaus-Dieter mit leichtem Handicap, also war knüppeln
angesagt. Haben wir zu dritt auch hingekriegt und mein persönliches
Minimalziel, nicht letzte zu werden, hat funktioniert. Bei strammem Wind
ein gutes Stück Arbeit zu dritt. Unsere Mädels können davon sicher auch
ein Lied singen, besonders Bente. Halb zog man sie, halb sank sie hin.
Toll geackert. Das Teamzeitfahren war ein voller Erfolg für das STL.
Unser Open Team landete auf Platz 1, die Damen erkämpften einen
achtbaren 3. Platz und Masters I wurden 2., trotz abhanden gekommener
Präsidentenrolle. Wer da denkt, eine *Präsidentenrolle" wäre eine
landestypische, kulinarische Spezialität, wie anderswo die
*Schillerlocke" oder gar die Schriftrolle mit den gemeißelten
Grundsätzen des Vereins, weit gefehlt. Unser Präsi hatte das Pech des
Rollenverlustes. Wie war das doch gleich? Bei Reifenwechsel nach 20 km
Muttern nachziehen!!!
Schön war auf jeden Fall die unglaublich gute Stimmung nach dem Rennen,
mit Pasta und Kaffee und Kuchen und fröhlichen Gesprächen.
Am Abend dann Auflösung und Fahrt in die Unterkünfte. Für uns gehörte
ein ausgiebiger Deichspaziergang dazu mit anschließender Einkehr in den
*Halligblick". Nach kurzer Zeit gesellte sich Klaus-Dieter zu uns,
dem der Slogan *Schnuffeln unter Reet" wohl so gut gefallen hat, dass
er dort Quartier genommen hatte.
Nordstrander lieben abartige Kontraste. Während ich mir einen
*Pharisäer" genehmigte, genoss Barbara mit sichtlichem Vergnügen
eine *Tote Tante". Für nicht eingeweihte, das ist eine heiße
Schokolade mit Weinbrand und Sahne. Währenddessen ging die Sonne
eindrucksvoll unter und dazu gab es in voller Lautstärke die
Caprifischer auf die Ohren: *Wenn auf Capri die rote Sonne im Meer
versinkt........" Wir hatten jedenfalls viel Spaß.
Nach einer kurzen Nacht, je nach Quartier mit mehr oder weniger gutem
Schlaf- die Betten in der Jugendherberge haben wohl ein wenig geknarrt?-
fanden sich alle wieder am Herrendeich ein. Die Sonne strahlte noch
schöner, der Wind war erträglich und nachdem die ortansässige
Feuerwehr schnell noch einen Brand gelöscht hatte und wieder für die
Absperrungen einsatzbereit war, ging es mit leichter Verspätung auf in
den 2. Marathon des Wochenendes.
Der endete für das Team genauso erfolgreich, wie schon am Tag zuvor.
Gabi erste, Ulla knapp vierte, Basti erster, Jörg dritter
und Dominik
vierter, vordere Treppchenplätze in den Altersklassen von Basti,
Dominik, Gabi, Ulla, Jörg und Robert. Ganz schön erfolgreich unser
Verein.
Die übrigen Vereinsmitglieder glänzten mal wieder mit einer
geschlossenen Mannschaftsleistung. Peter und ich wollten es im
Alleingang versuchen und während Peter es schaffte, musste ich am Ende
dem kräftezehrenden Vortag Tribut zollen und wurde 300 m vor dem Ziel
von einem Zug orangefarbener, schadenfroh grinsender Kerle überrollt.
Als erstes sah ich das dreckige Grinsen von Christoph, ich hätte es
genauso gemacht. Ich fühlte mich, wie ein Ausreißer bei der Tour de
France, der kurz vor dem Ziel eingefangen wird. Watn Scheißgefühl. Wer
nicht hören will, muss leiden. Spotttechnisch gesehen bekam ich von
unserem Präsidenten dann natürlich auch die Retourkutsche für meine
Lästerei des Vortages wegen vergessenem Mutternachziehen. Da muss ich
nun durch.
Schöner Abschluss war der gut organisierte Nachmittag mit Essen und
Trinken, leckerem Kuchen der Landfrauen und einer insgesamt sehr guten
Organisation. Damit also auch noch mal ein dickes Dankeschön an Hajo und
sein Team und alle Nordstrander, die mitgeholfen haben.
Liebe Grüße und jetzt schon scharrend mit den Hufen wegen Damp.
Ich freu mich auf Euch
Hans